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Projekt: Kelleraußenwand sanieren

Vor dem Kauf unseres Hauses war uns schon klar das die Kellerwände an der Wetterseite nass sind. Da unser Grundstück ein Gefälle aufweist und das Regenwasser sich am tiefsten Punkt sammelt bleibt uns wohl nichts anderes übrig als die Kellerwände freizulegen, trockenlegen und neu abzudichten.

Nasse Kelleraußenwand sanieren

Da in den nächsten Monaten eh ein Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, am kompletten Haus angebracht wird, werde ich die freigelegten Kellerwände neben einer neuen Abdichtung gegen eindringendes Wasser mit Wärmedämmplatten versehen.

Wie erwartet wird dies ein größeres Projekt welches ich thematisch in einzelne Artikel aufteilen werde. Dieser Beitrag wird hierzu als Anlaufstelle dienen und nach und nach mit Links zu den separaten Berichten der einzelnen Bauabschnitte erweitert. Da unser Haus wie bereits erwähnt im Hang steht muss sich die betroffenen Außenwände glücklicherweise nur maximal einen Meter tief frei graben. Aufgrund der felsigen Bodenverhältnisse werde ich aber trotzdem nicht um den Einsatz von schwerem Gerät umher kommen. Ein Minibagger muss also definitiv her!

Kellerwand Sanierung: Die bisherige Planung

Probegrabung zur Ermittlung der Schäden an der Kellerwand

Um überhaupt erst einmal zu wissen was mich unterhalb der Grasnarbe erwartet werde ich in den sauren Apfel beissen und ein Stück der Kelleraußenwand mit dem Spaten frei graben. Nur so kann man überhaupt erst einmal einen Blick auf die vorhandenen Schäden werfen und den genauen Sanierungsplan erstellen.

Hier geht es zum Artikel zur Probegrabung an der Kellerwand

Kellerwand komplett freilegen

Wie bereits beschrieben befindet sich unser Grundstück auf felsigem Untergrund. Aus diesem Grund wäre das freilegen der Aussenwand mit dem Spaten viel zu langwierig und anstrengend. Daher werde ich um den Einsatz eines Minibaggers nicht umher kommen. Irgendwie freu ich mich aber drauf!

Hier geht es zum Artikel zur Freilegung der Kellerwand

Nasse Kellerwand trocknen lassen

Sobald der Keller freigelegt werde ich die Aussenwand mit dem Hochdruckreiniger reinigen und geschätzt ein bis zwei Wochen an der Luft austrocknen lassen. Ich denke es macht relativ wenig Sinn eine nasse Wand abzudichten und die Feuchtigkeit einzusperren. Wie ich während des Bauabschnitts feststellen musste, hätte das austrocknen lassen an einer Wand nicht wirklich gereicht, daher habe ich hier direkt den Aussenputz abgestemmt und die Wand neu verputzt.

Hier geht es zum Artikel zur Mauertrockenlegung

Bitumen Dickbeschichtung auftragen

Sollte der vorhandene Putz auf der Wand noch intakt sein werde ich direkt eine vernünftige Bitumen Dickbeschichtung gegen das eindringen von vertikalem Wasser auftragen. Die Übergänge zur überstehenden Flächen wie etwa der Betonsole, sprich dem Kellerfundament, der Außentreppe des Kelleraufgangs und ähnlichem werden mit einer dichten Hohlkehle versehen um an diesen Kritischen Punkten besonders geschützt zu sein.

Hier geht es zum Artikel zum Auftragen der Bitumen Dickbeschichtung

Wärmedämmung aufbringen

Da das Haus eh ein WDVS in einer Dicke von 16 Zentimeter bekommt, werde ich die Kelleraussenwände im Erdreich ebenfalls mit dafür geeigneten Dämmplatten versehen. Dadurch kann der Maler später einen nahtlosen Übergang des Aussenputzes herstellen.

Hier geht es zum Artikel rund um die Perimeterdämmung

Noppenbahn zur weiteren Abdichtung

Zum Schutz der Dämmplatten vor übermäßiger Feuchtigkeit plane ich zwischen Dämmplatten und Erdreich eine Noppenbahn anzubringen. Dadurch fliesst ankommendes Wasser schneller nach unten und kommt nicht mit den Wärmedämmplatten in Berührung. Sobald dieses Konstrukt soweit steht wird die ausgehobene Grube wieder verschüttet und schichtenweise verdichtet.

Spritzschutz installieren

Um eine Verunreinigung der frisch verputzen Wand zu vermeiden werden im Abstand von 50 Zentimetern zur Putz Aussenkante Rasenkantensteine einbetoniert. Der Bereich zwischen Rasenkantenstein und Kelleraussenwand wird mit losem Kies aufgefüllt. Neben dem Spritzschutz der Aussenwand trocknet das Erdreich vor der Kellerwand so schneller ab und es kann keine schädliche Staunässe entstehen.

Alles richtig?

Hat von euch eventuell jemand schon ein solches Projekt gestemmt und kann mir sagen was ich vergessen habe oder was man besser machen kann? Ich freue mich wirklich über jeden Kommentar zum Thema!

Weitere Artikel der Serie

  1. Sanierung der feuchten Kellerwand: Mein Fazit
  2. Kellerwandsanierung: Noppenbahn zur Wasserabwehr
  3. Kellerwandsanierung: Aufbringen der Perimeterdämmung
  4. Kellersanierung: Bitumen Dickbeschichtung auftragen
  5. Kellersanierung: Einfach trocknen ist nicht!
  6. Kellersanierung: Aus der Traum vom Bagger
  7. Probegrabung an der Kellerwand
  8. Projekt: Kelleraußenwand sanieren

Bildquellen

  • Kelleraußenwand sanieren: CanStockPhoto // magann
8 Kommentare
  1. Hallo,

    an dieser Stelle einen riesen Dank für die Serie der Trockenlegung. Nach unzählicgen Büchern und Fachanleitungen konnte ich nun das ganze mal in der Praxis des Eigenheimers sehen. Ich starte in zwei Wochen mit dem Trockenlegen und möchte ebenfalls so viel wie möglich in Eigenleistung schaffen.
    Viele Grüße Maik

    • Hi Maik, hab den Blog mal in meinen Feed Reader gepackt und werde dein Unternehmen beobachten. Bei mir ists mittlerweile richtig trocken, gleich an anderes Klima im Keller 🙂

  2. Hallo Hauke,

    hast du das wirklich alles alleine in Eigenleistung vollbracht?
    Frage nur weil wir vor einem Hauskauf stehen, Baujahr 1961, und schon vorher weiss das mindestens 4 Kellerwände abgedichtet werden müssen.
    Ist es denn dann ratsam, alle 4 Wände zu machen oder soll ich es bei den 3 belassen?

    War es bei Dir nur eine Wand?
    Wie hoch lag denn der eigentlich Zeitaufwand?

    Gruss,
    Daniel

    • Hi Daniel,
      bei mir waren es in Summe 2 Wände und ich hatte dank Hanglage den Vorteil maximal 1,5 Meter tief graben zu müssen. Prinzipiell kann man das auch mir mehreren an unterschiedlichen Stellen machen, sollte dann halt entsprechend schneller gehen.

      Insgesamt kann ich garnicht genau sagen wie lange ich daran gearbeitet habe da ich es in der Regel nach Feierabend gemacht habe.

  3. Hallo. Danke für die Antwort. Bin echt von deiner Seite beeindruckt und begeistert. Du kannst dir denken was beim Haus ansteht, welches von 1961 ist.

    Mal ne andere Frage. Wenn ich jetzt die dämmplatten dran machen würde hätte ich ja ca 10cm plus in der Breite. Was macht man da wenn man nicht verklinkert oder verputzt?

    Problem ist, zwei Seiten sind verklinkert, eine nur verputzt. Wenn ich die Vorbereitungen machen hab ich je nachdem was überstehen. Verstehst du was ich meine?

    Bist du zufällig bei FB. Dann könnte ich dir ein paar Bilder schicken. Heisst natürlich wenn ich nicht störe.

    Gruss,
    Daniel

    • Hi Daniel,
      ich bin kein Fachmann was Perimeterdämmung angeht sondern IT-ler :-). Da bei mir eh das ganze Haus ein WDVS bekommen hat stellte sich die Frage bei mir Gott sei Dank nicht.
      Die 10 Zentimeter hättest du ja auch nur im Erdreich, da würde das doch nicht stören oder? Auf der verklinkerten Seite würde ich bis genau unter den Klinker gehen, ich nehme mal nicht an das dein Keller auch verklinkert ist 🙂 Eventuell würde ich mich auf den verklinkerten Seiten an die Dicke des Klinkers halten.

  4. Hallo Hauke,

    das ist eine gute Idee mit den beiden seiten die verklinkert ist.
    Die Hauptseite wo das meiste Wasser immer steht und drückt ist eh die Rückseite, und diese ist verputzt.
    Meinst Du denn dass ich dieses jahr noch damit anfangen soll? Oder lieber nächstes Jahr im Frühling wenn das Wetter besser ist.
    Mein Bedenken liegt darin, „bammel“ vor so ein riesen Projekt und das wenn ich ausschachte das es trocknen muss. Kann ich da irgendwie zusätzlich was abdichten oder abdecken, dass wenn es regnet, das die Trockenprozdur nicht nochmal von vorne anfängt.

    Aber generell, deine Seite ist klasse. Auch die anderen Projekte haben stil und klasse.

    Gruss,
    Daniel

    P.S. Den Holzunterstand werde ich auch nachbauen.

    • Hi Daniel, theoretisch kannst du mit Sicherheit dieses Jahr noch anfangen, wirklich trocken ist es über einen solch langen Zeitraum eh nicht. Abdecken und gegen Regen sichern macht mit Sicherheit sinn, vor allem vergiss nicht die Seiten abzustützen. Dann solltest du aber Gas geben das du spätestens im Oktober fertig bist.

      Wenn du allerdings Angst vor einem solchen Projekt hast, würde ich es nicht selber machen.

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