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Heizkörpernischen schliessen

Eine der, meiner Meinung nach nach, größten Bausünden der siebziger Jahren waren die Heizkörpernischen. Nach heutigen Gesichtspunkten macht es einfach keinen Sinn die Wandstärke partiell zu halbieren und am Ort mit der dünnsten Außenhaut auch noch zu heizen. Klar, damals kostete der Liter Heizöl rund 9 Pfennig, also brauchte man sich eigentlich keine Gedanken zu machen.

Dank der heutigen Energiepreise stand für uns beim Kauf unseres Hauses aus dem Jahr 1974 von Anfang an fest, dass die Heizkörpernischen im Zuge der Renovierung verschwinden müssen. Hier gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, das schließen der Nischen mit einer Holzverkleidung und denn Innenraum mit Dämmstoff aufzufüllen oder den klassischen Weg, das zumauern der Heizkörpernischen! Wir entschieden uns, da wir das Haus auf lange Sicht gekauft haben,  für das [wpseo]vermauern der Heizungsnischen[/wpseo].

Wie wir die Heizkörpernischen vermauert haben, dokumentiere ich nun in der folgenden Anleitung. Da ich den Vorgang nicht gezielt dokumentiert habe, zeigen die bilder nicht immer die gleiche [wpseo]Heizungsnische[/wpseo]. Da die Arbeitsschritte bei sämtlichen Nischen die selben sind, sollte dies aber nicht sonderlich stören.

Anleitung: Heizkörpernischen zumauern

Der Istzustand

Auf dem folgenden Bild ist der Ausgangszustand zu erkennen, eine 30er Außenwand mit einer Heizungsnische von 14 cm. Wer jetzt mitgerechnet hat, erkennt sofort das die Außenwand hier nur noch 16 cm dick war. Das ist nicht viel mehr als bei einem Igluzelt 😉

Heizungsnische

Heizkörper ausbauen

Da wir die alten Rippenheizkörper durch neue flache Heizkörper ersetzt haben, mussten wir mit den alten Heizkörpern nicht sonderlich zimperlich umgehen. Nachdem das Wasser aus dem Heizkreislauf abgelassen wurde, konnten die Heizkörper Stück für Stück demontiert werden. Nach den ersten zwei Heizkörpern wird das zur Routine und geht eigentlich ganz leicht von der Hand.

Heizkörper entfernt

Laminat auftrennen

Da das im Wohnzimmer verlegte Laminat vom Vorbesitzer erst vor rund 2 Jahren verlegt wurde und optisch noch recht gut in Schuss ist, wollten wir den Bodenbelag erst einmal erhalten. Sobald unser Junior ein wenig besser einschätzen kann was er so macht erfolgt ein Austausch gegen Fliesen oder was auch immer. Um die Heizkörpernischen vermauern zu können muss das Laminat an den entsprechenden stellen weichen. Daher habe ich es mit der Oberfräse freihändig grob abgeschnitten und die abgetrennten Stücke herausgenommen. Dieser Schritt war nötig da ich keine Lust hatte 30 qm Laminat herauszunehmen und später wieder neu zu verlegen.

Estrich entfernen

Da der Estrich im gesamten Haus als schwimmender Estrich verlegt wurde, macht es keinen Sinn das zumauern der Heizungsnischen auf dem Estrich zu beginnen. Hätten wir das so gemacht, hätten wir das Prinzip des schwimmenden Estrichs komplett auf den Kopf gestellt. Mit dem Bohrhammer Bosch PBH 2100 RE habe ich den Estrich in sämtlichen Heizungsnischen ausgestemmt. Das geht zwar mächtig auf die Arme aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die Estrichbrocken fanden übrigens später noch Verwendung im Waschmaschinenpodest.

Estrich aus der Heizkörpernische entfernen

Heizungsrohre abändern

Im nächsten Arbeitsschritt wurden die vorhandenen Heizungsrohre auf die passende Länge gekürzt und mit einem Gewinde versehen. Den entsprechenden Gewindeschneider kann man sich beim örtlichen Sanitär-Menschen oftmals für eine Kiste Bier über Wochenende leihen! Nachdem die Gewinde geschnitten wurden, wurde eine entsprechende Übergangsmuffe verbaut um von den alten Eisenrohren mit Kupferleitungen weitermachen zu können. Die Kupferrohre wurden entsprechend verlötet und um der Geräuschbildung vorzubeugen mit Isoliermaterial für Heizungsrohre ummantelt.

Heizkörpernischen zumauern

Nun ging es auch schon mit dem zumauern der Heizkörpernischen los. Als Baumaterial entschied ich mich für Porenbetonsteine, auch als Ytong bekannt. Diese lassen sich einfach verarbeiten und passen zum ursprünglichen Material der Außenwand. Zwischen bestehendem Estrich und der neu aufgebauten Wand wurde ein Schaumstoffstreifen zur akustischen Entkoppelung eingesetzt. Als Mörtel musste eine Fertigmischung aus dem Baustoffhandel herhalten. Damit geht das [wpseo]Heizkörpernischen zumauern[/wpseo] einfach schneller von der Hand als wie wenn man den Mörtel erst aufwendig mit der Maschine anmischt.

Heizkörpernischen zumauern

Verputzen

Nachdem die zugemauerten Heizungsnischen rund drei Tage Zeit hatten hart zu werden und weitestgehend zu trocknen habe ich mich daran gemacht die ehemaligen Nischen zu verputzen. Hierbei bin ich nicht ganz auf das Niveau der restlichen Wände gegangen um den Putz später noch mit Feinspachtel exakt gerade zu ziehen.

verputzen

Feinspachteln

Nach dem verputzen folgt das auftragen des Feinspachtels. Dadurch werden die letzten noch verbleibenden Unebenheiten aus der Wand entfernt und die zugemauerte Heizungsnische fällt in der vorhandenen Wand garnicht mehr auf.

Tapezieren

Nachdem der Feinspachtel trocken und angezogen ist, kann nach dem auftragen von entsprechendem Haftgrund bereits die Tapete folgen. Um bei der von uns gewählten sehr dünnen Tapete keine Schlieren auf der Wand zu haben, haben wir den Haftgrund mit einer weissen Wandfarbe vermischt und somit Haftgrund und Voranstrich zeitgleich aufgetragen.

Heizkörpernische tapezieren

Neue Heizkörper montieren

Nachdem nun mit der Tapete der letzte Schritt an der Wand erledigt ist, kann der neue Heizkörper montiert werden. Die Konsolen der Heizkörper können problemlos im Porenbeton verankert werden. Wir haben hier keine speziellen Ytong-Dübel oder ähnliches verwendet.

IMG_1281

Fertig!

 

5 Kommentare
  1. Hallo,

    Vielen dank für die anleitung. Wurden die eisenhalterung der alten heizung vollständig aus der wand geholt oder abgeflext?
    Gruss

    Daniel

    • Hallo Daniel, ich habe die Halterungen drin gelassen und mit diesen die Porenbetonsteine zusätzlich am bestehenden Mauerwerk befestigt.

  2. Hallo,
    danke für die ausführlichen Erklärungen. Ist zwischen ursprünglicher Wand und Ytong noch eine Lücke und wenn ja: wie wurde diese aufgefüllt? Ist zusätzlich noch Dämmung verwendet worden?

    Danke und viele Grüße!
    Christian

    • Servus,

      auch wenn diese Frage schon etwas älter ist mag ich mich daran beteiligen. Ich kenne das so, dass auf die zugemauerte Nische noch eine DWD-Platte (Holzfaserdämmplatte) kommt und darüber geputzt wird.
      So werde ich das auch bei mir im Haus demnächst machen.
      Den eventuellen ‚Hohlraum‘ zwischen alter Wand und Ausmauerung werde ich mit Mörtel füllen. Ich schließe die Heizkörpernischen jedoch mit HLZ und Zementmörtel.

      Trotzdem interessiert mich auch noch wie Hauke das gemacht hat?

      Beste Grüße
      Jens

    • Servus Jens, die Lücke zwischen Ytong und alter Wand habe ich mit Mörtel ausgefüllt, genau wie du es geplant hast. HLZ ist natürlich auch eine Option, ich habe mich aufgrund der einfachen Verarbeitung und der guten Dämmwirkung für Y-Tong entschieden.

      Was spricht denn für eine Holzfaserdämmplatte auf den Steinen? Da seh ich so spontan keinen Sinn drin 🙂

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