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Heimkino und der optimale Raumklang

Ist das Heimkino Surround System in den eigenen vier Wänden erst einmal aufgebaut, ist das noch lange kein Garant dafür, dass dieses auch gut klingt. Selbst wenn die einzelnen Komponenten, wie Center, Subwoofer und die weiteren Lautsprecherboxen qualitativ hochwertig sind und alles ordentlich aufgestellt wurde, gibt es immer noch Stolperfallen, die den Genuss des Heimkinos trüben können.

Guten Raumklang generieren – schlechten Raumklang vermeiden

Es gibt Gründe warum die akustische Qualität in einem Raum schlechter und in einem anderen besser ist. Die sogenannte Nachhallzeit oder auch das Abklingverhalten des Schalls trägt zu einem wesentlichen Teil dazu bei, dass wir einen Sound als gut oder als eher unangenehm empfinden. Idealerweise hört sich der Klang aus dem Lautsprecher für den Zuschauer im heimischen Kino ausgewogen und dynamisch, sowie klar und gut verständlich an. Wird der Sound als dumpf und dröhnend oder gar schrill und hallig wahrgenommen, besteht dringender Verbesserungsbedarf, da eine schlechte Raumakustik die vom Soundeditor und Regisseur gewünschte Klangkulisse verfremdet und die Wirkung im Endeffekt eine ganz andere ist, als ursprünglich beabsichtigt war.

heimkino

Es kommt auf den Raum an

Das Ideal für ein Surround System bewegt sich in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen zu langer und zu kurzer Nachhallzeit in einem Raum. Ist der Raum zu hallig, wirkt sich das negativ auf die Sprachverständlichkeit aus, da der Schall einer abklingenden Silbe das Direktsignal der nächsten Silbe eines Wortes überlagern kann. Bei Geräuschen kann das sogar dazu führen, dass sie als zu schrill und überspitzt wahrgenommen werden und im Laufe eines Films die Nerven des Zuschauers strapazieren. Das Gegenteil ist bei akustisch zu trockenen Räumen der Fall. Sie verschlucken leise Geräusche eher und unterstützen ihren Klang nicht durch den Nachhall. Prinzipiell lässt sich sagen, dass ein Raum in dem keine Musik oder andere Töne erklingen und in dem die Nachhallzeit sehr kurz ist, als unangenehm empfunden wird.

Raumakustische Gestaltung für besten Sound

Es ist jedoch nicht so, dass ein Raum nun mal seinen Klang hat und sich daran nichts mehr ändern ließe. So kann der Raum in dem das Heimkino System aufgestellt ist, absorptiver gestaltet werden, was zu einer besseren Ortung von Geräuschen führt. Das Verwenden schallharter oder mit Diffusoren versehener Flächen ist hier ein probates Mittel, um schlechten Raumsound deutlich zu verbessern. Doch wie lässt sich herausfinden, wie gut die akustische Qualität in einem Raum mit Heimkino System ist? Für diese Zwecke gibt einen ultimativen, aber auch sehr einfachen Test, der schnell Klarheit verschafft. Dafür muss eine Person sich an die Stelle des Centers stellen, während eine andere Person die einzelnen Sitzplätze des Heimkinos durchgeht und von diesen Positionen aus in Richtung des Centers spricht. Klingt die Stimme der Person zu gedämpft, ist der Raum zu trocken, hat dementsprechend eine zu kurze Nachhallzeit und es muss mehr Energie als sonst aufgebracht werden, damit miteinander geredet werden kann. Dies kann durch sogenannte harte Reflexionen noch verstärkt werden. Am besten ist es, wenn das Schallfeld im weiteren zeitlichen Verlauf gleichmäßig und diffus abklingen kann.

Veränderung durch Absorber

Um schlechten Raumklang entgegenzuwirken und das Abklingverhalten zu ändern, bietet es sich an Absorber zu verwenden. Alle Schallabsorber wandeln die Schallenergie in der Luft in Wärmeenergie um und sorgen damit für eine diffuse Reflexion. Dabei werden am besten poröse Schallabsorber oder auch Plattenresonatoren verwendet. Poröse Schallabsorber (z.B. Mineralwolle wie Stein- und Glaswolle oder auch Schaumstoffe) sind gut dafür geeignet unerwünschte Reflexionen von Wänden zu unterdrücken und so Nachhallzeiten zu verkürzen. Plattenresonatoren können hingegen einfach selbst gebaut werden. Dazu ist ein Holzkasten in einer spezifischen Größe erforderlich, der zur Hälfte mit Dämmmaterial ausgekleidet und vorne mit einer dünneren Hartfaserplatte versehen wird. Diese Plattenresonatoren (auch Plattenschwinger genannt) sind besonders für tieffrequente Schallwellen geeignet.

Fazit

Wer sich ein Heimkino Surround System zulegen möchte, hat oft die Qual der Wahl. Beim Aufstellen der Anlage, sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, in welchem Raum das System zum Einsatz kommt und ob dieser auch gut dafür geeignet ist. Mithilfe des Tests zur Ermittlung der akustischen Qualität lässt sich feststellen, welche Absorber benötigt werden und welche Grundvoraussetzungen in dem Raum vorherrschen. So kommt jeder zu seinem perfekt ausbalancierten Heimkinosystem.

Bildquellen

  • heimkino: CanStockPhoto // archideaphoto
Ein Kommentar
  1. Die Seite fasst ganz gut zusammen, warum die Raumakustik so wichtig ist. Allerdings muss bei der Betrachtung der Nachhallzeit (RT60) besonders darauf geachtet werden, dass diese Kenngröße in kleinen Räumen häufig keine Schlüsse erlaubt. Die RT60 geht von einem gleichmäßig verteilten Diffusschallfeld aus, wie es in großen Räumen (>30m²) und mit entsprechend großem Abstand der Lautsprecher vom Hörplatz auftritt. In kleinen Räumen wird der Klangeindruck jedoch stark von frühen Reflexionen bestimmt, weshalb hier die RT60 durchaus sehr gut und der Klang bzw. die Raumakustik dennoch schlecht sein können. Daher muss hierbei auch die Stärke früher Reflexionen beachtet werden!

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