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Eigenbau Werktisch – Das Grundgerüst

Im ersten Teil der Serie rund um den Bau eines multifunktionalen Werktisches geht es um das Grundgerüst welches später sämtliche Anbauten tragen wird. Als Ausgangsmaterial viel meine Wahl hier auf sägeraue Kanthölzer mit den Maßen 100 xx 80 Millimeter. Die Wahl viel auf besagtes Holz da mein Holzhändler dieses grade sagenhaft günstig im Angebot hatte und ich grad eh meinen neuen Einhell Elektrohobel testen wollte.

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Natürlich sind die hier angegebenen Maße nur Richtwerte und für meinen Bedarf ausgelegt. Der hier gebaute Werktisch lässt sich natürlich beliebig an die eigenen Bedürfnisse und Anforderungen anpassen. In der nächsten Zeit werde ich für meine stationären Maschinen eine schmalere Version bauen welche an der Wand steht und meine Standbohrmaschine beheimaten wird. Wer eine stabile Werkbank für die Garage benötigt, kann ebenfalls auf mein Grundgerüst zurückgreifen. Hier würde ich die Tiefe so anpassen das sich eine Standard Arbeitsplatte aus dem Baumarkt als Oberfläche anbietet. Diese haben meist eine Tiefe von 60 Zentimetern und sind als Lockangebot oftmals günstig zu haben.

Der Bau des Werktisch

Der erste Schritt war hier das hobeln der kompletten Kanthölzer was dank meines neuen Spielzeugs innerhalb einer Stunde erledigt war. Danach habe ich die Kanthölzer auf die im Bauplan beschriebenen Maße zugesägt und die Sägekanten einmal grob abgeschliffen um meine Hände vor Splittern zu bewahren.

Für die Verbindungen der einzelnen Holzelemente habe ich mich für einfache Überblattungen entschieden. Wie man Überblattungen mit der Handkreissäge herstellt kann habe ich bereits hier beschrieben. Beginnend mit den kurzen Seiten habe ich alles einmal zusammengestellt um zu sehen ob der fertige Werktisch wirklich so aussieht wie ich mir das vorgestellt habe. Nachdem ich mich von meiner Vorstellungskraft überzeugen konnte habe ich an den Stellen, an welchen später die Verschraubungen erzeugt werden sollen mit einem 16 Millimeter Forstnerbohrer rund 1 Zentimeter tiefe Löcher gebohrt und im Zentrum dieser Löcher mit einem 3mm Holzbohrer vorgebohrt.

Nun werden die Blattungen satt mit Holzleim versehen und im rechten Winkel zueinander ausgerichtet und verschraubt. Durch die Verwendung von Schrauben kann man hier gut auf zusätzliche Zwingen verzichten.

Die Löcher mit dem Forstnerbohrer dienen dazu die Schrauben mitsamt einer Unterlegscheibe versenken und mit einem 16 Millimeter Buche Rundstab zu verstecken. Neben der Optik hat dies auch einen ganz praktischen Nutzen, so wird man nie versehentlich mit einem Werkzeug an eine Schraube stoßen und das Werkzeug hiermit beschädigen können.

Sobald der Unterbau montiert ist, kann damit begonnen werden die Verschraubungen zu kaschieren, hierfür benötigen wir lediglich ein wenig Leim und einen 16 Millimeter Rundstab. Als erstes werden eine Hand voll rund 8 Millimeter lange Stücke vom Stab abgeschnitten. Diese Stücke welche uns als Verschluss dienen werden mit Leim bestrichen und mit Hilfe eines Hammers in die Bohrungen getrieben. Überstände sind hier gewollt und werden hinterher weggeschliffen.

Das ganze habe ich nun rund 24 Stunden trocknen lassen bevor die Arbeit weiterging.

Da es jetzt zum ersten mal soweit ist sein Werk nahezu fertig zu sehen fallen einem natürlich überall Stellen auf welche man gern anders haben möchte. Glücklicherweise waren es bei mir lediglich die Ecken die abgerundet einfach praktischer sind. Also wurde kurzerhand ein Abrundfräser in meine Oberfräse gespannt und alle später sichtbaren Kanten abgerundet.

Danach ging es an die nervigste Arbeit, das Schleifen! Ich habe das gesamte Grundgerüst des Werktisches angefangen mit Körnung 80 bis runter auf Körnung 240 glatt geschliffen. Nun sind auch die oben gesetzten Dübel zur Verdeckung der Verschraubung plan mit der restlichen Oberfläche.

Um die Oberfläche nachhaltig zu schützen habe ich alles mit Leinölfirnis auf einem handelsüblichen Haushaltsschwamm eingeölt.

Das war es zum Bau des Werktisch Grundgerüsts. Weiter geht es in einigen Tagen wenn die Bestellte Tischplatte aus 22 Millimeter Multiplex angekommen ist.

 

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7 Kommentare
  1. Hallo Hauke,

    ich muss sagen, dass mir Deine Seiten sehr gut gefallen. Sie sind unterhaltsam, informativ und interessant. Insbesondere der Teil über Deine Werkbank hat es mir angetan, da ich auch seit einer Weile über den Bau eines Werktisches nachdenke.
    Ich frage mich grad, ob Du die Tischplatte auch geleimt oder von unten verschraubt hast und ob Du vielleicht ein Bild vom fertigen Tisch mit den 20mm Löchern hast.

    Danke & Gruss,

    Udo

    • Hallo Udo,
      ich war so frei und habe deine Adresse aus dem Kommentar entfernt.

      Die Tischplatte ist von unten verschraubt. Verleimen wollte ich diese nicht da ich die eventuell später einmal austauschen werde. Die 200mm Löcher habe ich nicht nicht gebohrt, ich bin mir mittlerweile aber auch noch nicht sicher ob ich die wirklich vollflächig haben möchte. Eventuell werde ich irgendwann einmal einen Teilbereich löchern. Ob und wann steht allerdings noch in den Sternen.

  2. Hallo Hauke,

    oh, ja danke – sehr umsichtig! Ich ahbe allerdings eine Mailadresse verwendet, die ich genau für solche Zwecke habe. Aber Du hast schon Recht, da gehört sie nicht hin.

    Danke für Deine Antwort. Ich habe eigentlich vor, auch nur einen Teil- bzw. Randbereich zu „löchern“ 🙂 weil ich mir auch nicht so sicher bin, ob ich die Fräse noch mit einbaue. Ich habe mir zwar einen Frästisch gebaut aber der Platzbedarf ist schon ein Problem.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei Deinen Projekten – besonders bei dem Bandsägen-Projekt !

    Ich werde es gespannt verfolgen. 🙂

    Gruss,

    Udo

  3. Hallo,

    sehr intressante Zapfenkosntruktion hast du da gebaut. Ich konnte es nicht genau auf den Zeichnungen erkennen aber due hast ja einen zweistufigen Zapfen verwendet. Wird dieser Stump auf den stehenden Fuß gesetzt oder hat er auch einen stehenden Zapfen zur führung der Oberteile?

    Wie groß biegt sich die Deckplatte auf einer länge von 2 Metern durch? Ich wollte diesen Tisch eventuell für mich in meinem neuen Keller nachbauen. Er soll ein allroundarbeitsbereich für mich werden. Unteranderem will ich aber auch Modellbau an ihm betreiben und da brauche ich ein 1,5 bis 2 Meter lange Fläche die absolut plan ist.

    Gruß Sven

    • Hallo Sven,
      1/4 des Fußes gehen bis nach oben und führen die Seitenteile. Auf dem ersten Bild ist es zu erkennen (der dunkle Bereich)

      Ein Durchbiegen der Arbeitsplatte kann ich nicht feststellen, selbst wenn ich auf dem Tisch stehe, federt da nichts. Der Tisch ist definitiv stabiler als ich selber gedacht habe.

  4. Hallo Hauke,
    sehr interessanter Blog, in dem ich schon viel gestöbert habe.

    Da Du den Tisch ja nun schon etwas länger in Benutzung hast, wollte ich `mal nachfragen, ob sich bei dem Gestell bisher nichts verzogen hat oder Risse entstanden sind.

    Da ich ein ähnliches Gestell bauen möchte wäre eine Info dazu super.
    Gerade die Längskanthözer in Vollholz machen mir etwas Gedanken. Leimholzpfosten sind sicher als Alternative etwas teurer.

    Würdest Du aus heutiger Sicht am Grundkonstrukt etwas verändern?

    Danke und Gruß
    Alm

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