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Wohnzimmerdecke abhängen – eigentlich easy!

Zu Beginn der Renovierung unseres Hauses habe ich den Fehler gemacht meine Frau zu fragen wie sie sich die Beleuchtung vorstellt. Die Antwort war: “Na diese Einbaustrahler natürlich!”, als ich dann erwiderte dass ich dafür die Decke um mindestens 6 cm abhängen muss kam nur noch ein bestimmendes “Na dann mach!”. O.K. wenn die Regierung spricht steht die Marschrichtung wohl fest. Also ging ich an die Decke.

1. Schritt – Deckenkonstruktion planen

Als erstes musste ich den Materialbedarf für die Unterkonstruktion ermitteln. Aus Kostengründen entschied ich mich für eine Unterkonstruktion aus Dachlatten in den Maßen 30 x 50 mm. Um möglichst schnell voran zu kommen orderte ich Dachlatten in der Länge von 4 Metern. Hiervon benötigte ich nicht ganz 300 Meter. Diese gab es beim örtlichen Holzhändler zum Preis von 40 Cent pro laufendem Meter zzgl. Mehrwertsteuer und 3 Euro für die Lieferung. Beim örtlichen Baustoffhandel erwarb ich 20 Rigipsplatten in den Maßen 2000 x 1250 mm.

 

2. Schritt – Die Latten an die Decke bringen

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Als Abstand für die Grundhaltung entschied ich mich für einen Lattenabstand von 50 cm, so sollte ausreichend Stabilität gegeben sein und man kann trotzdem schnell “Meter machen”. Da ich die Ladung allein an die Decke bringen musste, habe ich mir eine Schablone gebastelt welche mir ständiges Ausmessen und anpassen der Latten erspart (Montagehilfe zum Anbringen der Grundhaltung an der Zimmerdecke). Um die Verbindung zur Betondecke gleichmäßig zu haben, erfolgten die Bohrungen in die Decke ebenfalls im Abstand von 50 cm. Die haltbare Verbindung zwischen Grundhaltung und Raumdecke erfolgte mit Fischer S8 Dübeln und 6 x 70 mm Torx Schrauben. Insgesamt bohrte ich 197 Löcher in die Decke. Ohne den Boschhammer wäre ich da echt aufgeschmissen gewesen.

 

3. Schritt – Konterlattung

Um den für Einbaustrahler nötigen Abstand zur eigentlichen Decke einzuhalten kam auf die Grundhaltung noch eine Konterlattung. Hier entschied ich mich für einen Lattenabstand von 40 cm und habe jeweils die erste und vierte Latte gedoppelt. Das sind die Latten auf denen die darauf zu befestigenden Rigips Platten mit dem Rand liegen. Somit wird jede Platte hinterher von 4 Latten mit jeweils rund 10 Schrauben gehalten. Sprich, jede Platte wird mit 40 Schrauben an der Ladung gehalten.

 

4. Schritt – Elektroinstallation

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Um die hinterher zu verbauenden Einbaustrahler auch in Betrieb nehmen zu können, muss die Verkabelung vor der Montage der Rigips Platten erfolgen. Ich entschied mich hier für zwei getrennt schaltbare Stromkreise welche hinterher mit einem Serienschalter geschaltet werden sollen.

Die Zuleitungen für die beiden Stromkreise legte ich an eine Stelle im Raum die ich im Bedarfsfall auch wieder finde und im Worst Case Änderungen und Reparaturen an der Verteilung durchführen kann. Hier habe ich zwei Verteilerdosen angebracht in welchen der Strom mittels Wago Klemmen auf 6 Leitungen verteilt wird. Insgesamt werden es also 12 Strahler in der Zimmerdecke des Wohnzimmers. Die Kabelenden habe ich dann an die Stellen im Raum verlegt an denen später die Strahler verbaut werden.

Ich entschied mich hier für 230 Volt um mir später alle Möglichkeiten offen zu halten.

 

Hinterher habe ich das alles von einem Elektriker überprüfen und am Stromnetz anschließen lassen denn als Laie sollte man nicht unbedingt an den Stromleitungen rumspielen.

 

5. Schritt – Rigips Platten montieren

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Spätestens bei der Montage der Rigips Platten benötigt man Hilfe. Allein ist so eine Platte nicht wirklich zu bändigen. Zu zweit sind die Platten aber schnell unter der Decke. Verschraubt habe ich die Platten, wie oben bereits erwähnt, mit jeweils rund 40 schwarzen Rigips-Schrauben.

 

6. Schritt – Spachteln

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Nun müssen die Rigips Platten noch anständig verspachtelt werden um später eine ebene Decke zu erhalten. Hier kamen 15 KG Knauff Uniflott Rigips-Spachtel in die Zwischenräume. Der Auftrag erfolgte mit einem Glätter aus dem Maurerbedarf. So ist es möglich eine große ebene Fläche ohne großen Zeitaufwand zu erstellen. Hier ist es wichtig wirklich sorgsam zu arbeiten. Nachdem der Spachtel getrocknet war, folgte der zweite Spachtelgang da sich die Spachtelmasse in den tieferen Regionen gerne mal zusammenzieht und somit Rillen entstehen.

 

7. Schritt – Löcher für die Strahler bohren

Während der Spachtel trocknet habe ich die Zeit genutzt die Löcher für die einbaustrahler in die Rigipsplatten zu bohren. Der Durchmesser der Bohrung ist von den verwendeten Strahlern abhängig. In meinem Fall also 62 mm. Mit dem Akkuschrauber und einer Lochsäge sind die Löcher schnell an der Decke. Da ich die Kabel welche ich in Schritt 4 verlegt habe etwas länger gelassen habe, konnte ich diese dann an den entsprechenden Stellen bequem herausziehen.

 

8. Schritt – Schleifen, schleifen und schleifen

Der mittlerweile erhärtete Rigips Spachtel wird nun mittels Schleifmaschine und Schleifpapier mit 120er Körnung plan geschliffen. Hier ist es wichtig sorgsam zu arbeiten um nicht mehr als nötig von der Decke abzutragen. Bitte nutzt hier eine Schleifmaschine mit Staubsaugeranschluss und einen Industriesauger! Ansonsten gibt es wirklich verdammt viel zu putzen!

 

9. Schritt – Tapezieren

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Nun ist alles soweit vorbereitet das man die Tapete an die Decke kleben kann. Da ich es noch nie hinbekommen habe Tapete sauber unter die Decke zu bringen habe ich diesen Schritt wohl überlegt an einen befreundeten Maler übertragen. Dieser hatte die Decke innerhalb einer Stunde fertig tapeziert. Hätte ich das selber gemacht wären das eher 14 Tage geworden und soviel Zeit habe ich nicht.

 

10. Schritt – Finale! Ole!

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Der letzte Schritt, die Montage der Einbaustrahler, war dann wieder meine Aufgabe. Diese werden lediglich in die bereits gebohrten Löcher eingeclipst. An die Kabelenden habe ich mittels Wago Leuchtenklemmen, Typ 224, die GU10 Fassungen für die Leuchtmittel befestigt. ACHTUNG! Vorher Sicherung umlegen!

 

Fürs erste habe ich dann 30 Watt Halogenlampen verbaut. Sobald das Wohnzimmer fertig eingerichtet ist, erfolgt noch ein Austausch durch LED Lampen.

Empfehle uns doch einfach weiter!

11 Kommentare

  1. Marcus

    Absolut genial gemacht! Großes Dankeschön für diese tolle Anleitung !!!

  2. MorEEEz H

    Sehr schön gelöst! Sag mal hast du “gar keinen” Abstand zwischen den Rigipsplatten gelassen? Direkt Stoß auf Stoß?

    Grüße und weiter so!

    • Karina

      So wie es aussieht ist zwischen den Platten schon ein kleiner Abstand oder täusche ich mich da?

      • Heimwerker der Herzen
        Heimwerker der Herzen

        Hi Karina, das ist korrekt, ein kleiner Abstand ist zwischen den Platten. Wirklich mit Absicht habe ich diesen allerdings nicht gelassen. Das liegt wohl eher in der Natur der Sache ;-)

  3. Kabika

    Hast du hier vor bestimmte Strahler zu verwenden? Oder soll es bei den einfacheren bleiben?

    Tolle Anleitung :)

  4. Lasar

    Hallo Heimwerker der Herzen,

    gratuliere zur guten Arbeit! Ich hätte eine Frage: ist ein Abstand zur Decke von nur 6 cm nicht zu klein? Ich hatte gehört, dass man einen Abstand zur ursprünglichen Decke von min. 10 cm braucht. Das ist der Grund, warum ich keine abgehängte Decke im Wohnzimmer habe: ich befürchte, dass dann die Decke zu niedrig wirken wird.

    Gruß aus Stuttgart

    • Heimwerker der Herzen
      Heimwerker der Herzen

      Hallo,
      bisher konnte ich nichts negatives feststellen. Die notwendige Tiefe hängt ja von den verwendeten Einbaustrahlern ab, die meisten Hersteller sprechen laut meiner Erfahrung von einer Einbautiefe von 7 Zentimetern. Inklusive Rigipsplatte erreiche ich diese auch so grade. Bei manchen Niedervolt LED-Strahlern reicht es unter Umständen gar noch weniger abzuhängen.

  5. Der mit dem Quast tanzt
    Der mit dem Quast tanzt

    Naja, mehr pfusch als richtiges Arbeiten. 1. Der Deckenabstand hat aus elektrotechnischer Sicht her 10cm zu betragen. Die Strahler hauen ja nun mal auch nach hinten ordentlich Wärme ab, welches zu einem Rückstau, Brand kommen kann. Wir reden nicht vom Brand der Decke (da ja aus Beton) sondern der Einbauspots. Zudem sind die Rigipsplatten nicht einmal mit Gewebeband versehen (Fugen), welches – da ja Holz bekanntlich arbeitet zu Rissen führt.

    • Hauke

      Vielen Dank für die Blumen Herr Eder,
      ich denke aber das ich indem ich nach Spezifikation des Herstellers gebaut habe richtig gehandelt habe. Der abnehmende Elektriker hatte nichts zu bemängeln. Daher denke ich schon dass ich auf der sicheren Seite bin.

      Rissbildung ist bisher weder hier noch in anderen Gebäuden die ich kenne und auf diese Art abgehängt wurden zu erkennen. Sollte es irgendwann zu Rissen kommen habe ich wohl Pech gehabt und mich an deine weisen Worte erinnern :-)

      Darüber hinaus empfinde ich es schon anmaßend als Malermeister die Werke eines Heimwerkers pauschal als Pfusch zu deklarieren!

      So etwas gehört sich in meinen Augen einfach nicht!

  6. mojo667

    Die grün gefärbten Latten sind mit Allerlei Gift behandelt, dass ich nicht im Wohnzimmer haben wollen würde. Macht keine gute Luft. Für Ziegel auf Dachstuhl ok aber nicht als Abhängung.

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